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Prof. Dr. Emil Kautzsch

Textbibel

Das Alte Testament

Psalm 36.

Das Treiben der Gottlosen.   Die Gnade Gottes.

1 Dem Musikmeister.   Vom Knechte Jahwes, von David.
2 Eine Eingebung der Sünde wird dem Gottlosen im Innern seines Herzens zu teil;
es giebt vor seinen Augen keinen Schrecken Gottes.
3 Denn sie hat sanft gegen ihn gethan in seinen Augen,
daß seine Verschuldung kund werde, und ihn Haß treffe.
4 Die Worte seines Mundes sind Frevel und Trug;
er hat's aufgegeben, klug zu sein, gut zu handeln.
5 Frevel sinnt er auf seinem Lager;
er tritt auf einen unguten Weg,
Böses verabscheut er nicht.

*      *      *

6 Jahwe, bis an den Himmel reicht deine Gnade,
deine Treue bis zu den Wolken.
7 Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes,
deine Gerichte wie die große Flut;
Menschen und Vieh hilfst du, Jahwe.
8 Wie köstlich ist deine Gnade, o Gott!
Die Menschenkinder bergen sich im Schatten deiner Flügel.
9 Sie laben sich vom Fette deines Hauses,
und mit dem Bache deiner Wonnen tränkst du sie.
10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens;
in deinem Lichte schauen wir Licht!
11 Laß deine Gnade fortwähren denen, die dich kennen,
und deine Gerechtigkeit denen, die redliches Herzens sind.
12 Laß nicht den Fuß des Übermuts über mich kommen,
noch die Hand der Gottlosen mich in die Irre jagen!
13 Daselbst fielen die Übelthäter,
wurden umgestoßen und vermochten sich nicht wieder zu erheben.